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Seite 1 von 2 Historische Zeittafel Meckesheim
um 500 v. Chr.
Archäologische Funde der letzten Jahre auf Gemarkung Meckesheim stammen wohl aus der Keltenzeit - Meckesheim lag offenbar in einer Schlinge des Schwarzbaches siedlungs- und verkehrsgünstig und wurde deshalb in verschiedenen Perioden wiederholt aufgesucht. Es scheint sich bei Meckesheim um einen der ältesten Orte im Elsenztal zu handeln. Diverse Keramik-, Knochen- und Werkzeugfunde weisen auf die La-Tène- und Urnenfeldzeit hin. Durch die Endung –heim gibt sich die Ortschaft als typische fränkische Gründung dieser frühmittelalterlichen Zeit zu erkennen. Der Ortsnamen ist herzuleiten von dem Personennamen Meckino: Meckesheim also ursprünglich als Heim des Meckino.
2. Jahrhundert n. Chr.
Angenommen wird, dass an der Martinskapelle (700m nordöstlich des jetzigen Ortskerns) auf dem Platz eines einstigen römischen Wachturms in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts römische Weihedenkmäler errichtet wurden, von denen in der Neuzeit Reste ausgegraben werden konnten. Bei den Göttersteinen handelt es sich um Merkur und Minerva. Die Martinskapelle ist damit der am weitesten in die Vergangenheit reichende Ort unserer Gemeinde. St. Martin war überdies einst Mutterkirche für die drei benachbarten Elsenzdörfer Zuzenhausen, Mauer und Mönchzel.
822 n. Chr.
Die erstmalige Erwähnung Meckesheims im Lorscher Codex datiert vom Jahr 822. Dies ist als ältestes Zeugnis gleichzeitig Gründungsdatum der Gemeinde.
13./14. Jahrhundert
Die 1295 bezeugte und mit großer Sicherheit zu belegende Meckesheimer Zent entwickel-te sich zum Hochgerichtsbezirk und umfasste mehrere Gemeinden. Zuvor waren die Grafen von Katzenellenbogen damit belehnt.
1299 übte Berthold, der königliche Vizejustitiar von Wimpfen, die Vogtei aus.
Um 1325 war dieses Gebiet Reichslehen der Herren von Weinsberg, und dabei ist auch das Kirchenpatronatsrecht zu Mekkisheim und das dortige Zentgericht, genannt Waldpotengericht (Gericht des waltenden Boten) zu erwähnen.
1330 gelangte das Dorf an die Pfalzgrafen.
1347 verpfändete Pfalzgraf Ruprecht I. es an Engelhard von Hirschhorn.
Von 1369 an lässt sich das Pfälzische Unteramt Dilsberg im ununterbrochenen Besitz der Ortsherrenschaftsrechte nachweisen. Die Zent, ein mittelalterlicher Verwaltungsbezirk, behielt ihren Namen nach ihrem Sitz in Meckesheim. Bis ins 17. Jahrhundert hinein waren ihr 20 Orte im Umkreis unterstellt: Baiertal (hälftig), Bammental mit Reilsheim, Daisbach, Eschelbronn, Gaiberg, Gauangelloch, Langenzell, Lobenfeld, Maisbach, Mauer, Meckesheim, Mönchzell, Mückenloch, Ochsenbach, Schatthausen, Spechbach, Waldhilsbach, Waldwimmersbach, Wiesenbach, Zuzenhausen.
17. Jahrhundert
Eine der weiteren geschichtlichen Stationen unserer Gemeinde ist die im Jahre 1622 dokumentierte Plünderung durch die Bayern, als Tillys Reiter auf der damals hölzernen Elsenzbrücke die Mansfeld’schen Truppen zurückschlugen und bis Schatthausen verfolgten.
Zu Beginn des 30-jährigen Krieges hatte Meckesheim etwa 800 Einwohner, nach Kriegsende 1648 lag der Ort mit nur noch 100 Bewohnern größtenteils in Trümmern.
1674 flüchteten die verbliebenen Einwohner vor den Franzosen auf den Dilsberg.
Am 10. August 1689 ließ Melac den Ort niederbrennen.
18. Jahrhundert
1766 wurde die Chaussée Neckargemünd/Sinsheim angelegt, eine der heute wichtigsten Verkehrsachsen der Region.
1770 wurde mit Johann Adam Müller eine der bedeutendsten Söhne unserer Gemeinde geboren. Er sollte später als „Bauernprophet“ in die Geschichte eingehen – unter anderem suchte dieser außergewöhnliche Mann im Jahre 1807 König Friedrich Wilhelm III. von Preußen in Königsberg auf und weissagte diesem die Niederlage Napoleons im Norden.
1782 wurde das bis heute erhaltene Denkmal zu Ehren des Kurfürsten Carl Theodor von Pfalz-Bayern errichtet.
Und kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe kam am 27. August 1797 durch unserer Ort. In sein Reisetagebuch schreibt er: „Meckesheim liegt artig an einem Kalksteinhügel, der mit Wein bebaut ist; es hat Wiesen und Feldbau vor sich.“
19. Jahrhundert
Ab 1803 unterstand Meckesheim dem Badischen Amt in Neckargemünd, 1857 erfolgte die Zuteilung zum Bezirksamt Eberbach und ab 1863/64 nach Heidelberg.
Es ist überliefert, dass ein evangelischer Pfarrer 1806 seine Gemeindemitglieder als „erwerbsgieriger“ als ihre Nachbarn tadelte, doch diese Meinung schmälerte seither nicht die Tüchtigkeit der Meckesheimer.
1815 während der Befreiungskriege war in Meckesheim ein russisches Spital untergebracht.
1818 wurde das Wachthaus und Gefängnis mit vorgesetzten Säulen erbaut, das bis heute erhalten ist.
1863 wurde Meckesheim Bahnstation, zunächst an der Linie Neckarelz, 1868 kam die Verbindung nach Sinsheim hinzu.
Am 25. September 1881 führte Prof. Kehrer, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidel-berg, bei einer Meckesheimerin den ersten konservativen klassischen Kaiserschnitt durch; diese Operationsart verringerte in der Folge die Müttersterblichkeit von 80% auf 0,2%.
20. Jahrhundert
1945 Im März bombardierten amerikanische Truppen im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs das Bahnhofsgebiet in Meckesheim.
1967 Bau der Karl-Bühler-Schule.
1971 Die deutsch-französische Annäherung hält auch in unserer Gemeide Einzug: Die Partnerschaft zwischen Jouy-en-Josas (nahe Versailles) und Meckesheim wird besiegelt.
Per 1. Januar 1974 wird im Zuge der landesweiten Verwaltungsreform die Gemeinde Mönchzell als Ortsteil eingegliedert.
Am 1. September 1974 gründet sich der Gemeindeverwaltungsverband GVV Elsenztal mit Sitz in Meckesheim. Ihm gehören die Nachbargemeinden Eschelbronn, Mauer, Spechbach und (ab 1.1.75) auch Lobbach an.
1975 Bau des Hallenschwimmbades (Schließung im Jahre 1990).
1978 Neubau des Hauses der Feuerwehr.
1979 Bau der Verbandskläranlage des 1965 gegründeten Abwasserzweckverbandes AZV Meckesheimer Cent.
1989 Bau der Auwiesenhalle.
1993/1994 Zwei Jahrhundert-Hochwasser suchen die Gemeinde heim. Viele Einwohner kommen zu Schaden; innerhalb eines später mit 23 anderen Gemeinden gegründeten Zweckverbands Hochwasserschutz werden seither koordiniert Rückhaltebecken gebaut, damit eine solche Naturkatastrophe in ihren vernichtenden Auswirkungen hoffentlich nie mehr bis ins Ortsinne-re vordringen kann.
1998 Die Industriestraße und somit auch das 1972 neu konzipierte Industriegebiet Nord und das 1990 gegründete Gewerbegebiet Bemannsbruch werden an die 1962 gebaute Bundesstraße B45 angebunden.
2001 Neubau des Festplatzes.
2002 35 Jahre nach ihrer Errichtung, wird mit dem letzten großen Trakt, dem sogenannten S-Bau die Gesamtsarnierung der Grund- und Hauptschule abgeschlossen - sie ist durch die völlig neue Optik kaum mehr wieder zu erkennen. Die Gemeinde beginnt mit einer Umfassenden Ortskernsanierung, die bis zum Jahre 2013 Fördergelder des Landes Baden Württemberg sowie Eigenmittel der Gemeinde bindet.
2004 Im April wird das RathausCenter eröffnet - dies ist der Startschuss für eine tiefgreifende Modernisierung der gesamten Gemeindeverwaltung, eng verbunden mit einer intensiven Ausrichtung auf die "Kundeninteressen" der Bürgerinnen und Bürger. Im Juni ist der Bau des Hochwasser-Rückhaltebeckens in Mönchzell abgeschlossen. Es übernimmt mit der feierlichen Inbetriebnahme eine Schutzfunktion für die gesamte Gemeinde und Region. Das 100.000 Kubikmeter umfassende Becken fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein. Im Dezember wird die Staße am Sonnenrain nach ihrer offiziellen Ersterschließung übergeben, womit die gestaltetische Grundlage vorgegeben ist für die Neubaugebiete Rainbrunnen und Vorderer Blösenberg.
2006 Das 1862 erbaute Bahnhofsgebäude geht zusammen mit 1,3 Hektar Fläche für den Kaufpreis von 350.000 Euro an die Gemeinde über. Mit diesem Besitzerwechsel hat die Gemeinde die langersehnte Voraussetzung geschaffen für eine Umstrukturierung des gesamten Bahn-Areals am Standort Meckesheim. Die Gesamtsanierung der Grund- und Hauptschule abgeschlossen – sie wurde durch die völlig neue Optik von außen zum modernen Baukörper.
2009 Ab Dezember fährt die S-Bahn durch das Elsenztal. Meckesheim ist der einzige Bahnhof der S-Bahn Rhein-Neckar, in dem stündlich S-Bahnen geflügelt und gekuppelt werden. Die Bahnsteige wurden komplett erneuert und mit einer breiten Fußgängerunterführung die beiden Ortshälften Meckesheim-West und -Ost miteinander verbunden.
2010 Die 2002 begonnene Ortskernsanierung ist fast abgeschlossen und hat das gesamte Erscheinungsbild der Ortsmitte markant verändert sowie zeitgemäße Funktionalitäten geschaffen. Entlang der Friedrichstraße sind neue Aufenthaltsbereiche und Ruhezonen vor den Geschäften entstanden, was nicht nur dem Meckesheimer Einzelhandel zu Gute kommt. Auch das Rathaus hat ein neues Gewand bekommen und hebt sich als schmuckes in den Abendstunden illuminiertes Gebäude hervor. Schwerpunkt seit 2009 sind die Steingasse, die Prof.-Kehrer-Straße sowie die Seitengasse oberhalb der Friedrichstraße Richtung Gemeindeberg. Die Karl-Bühler-Schule Meckesheim wird zum Sitz einer regionalen Werkrealschule.
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